Heute Freitag wurden die zweite Weltcuprunde, die JWSOC und die EYSOC mit einem anspruchsvollen Sprint eröffnet. Neben technischen Herausforderungen, Kälte und Hektik darf von schönen Erfolgen berichtet werden: Insbesondere die beiden jüngsten Müller-Brüder, Lavio Müller bei den Junioren und Corsin Müller beim U23-Weltcup, beeindrucken mit ihren zweiten Plätzen.


Eliane Deininger wird Sechste.



Elin Neuenschwander wird Sechste U23.


Lulea Corsin Sprint
Corsin Müller, Zweiter U23


Lulea Gion Sprint
Gion Schnyder


Lulea Lavio Sprintpodest
Lavio Müller, Vizejuniorenweltmeister

Weltcup
Eliane Deininger holt sich im Weltcup der Damen Elite mit dem sechsten Rang ein Diplom. 15.05 braucht die 26-Jährige für die 2.6 km und hat damit 54 Sekunden Rückstand auf die norwegische Siegerin Anna Ulvensoen. «Ich bin zufrieden. Es war ein solides Rennen», meint die St. Gallerin. Als «wild und schnell» beschreibt sie die Bahn, die gekonntes Abwechseln von Aufpassen und Vollgasgeben erforderte.
Elin Neuenschwander, die im U23-Weltcup als Sechste ein Diplom erkämpft und sich auch im Elite-Weltcup als 19. ein Top-20-Ergebnis sichert, ist positiv überrascht. «Ich bin früh gestartet und habe schnell die vor mir startenden Läuferinnen aufgeholt.» Davon motiviert läuft Neuenschwander ein flüssiges Rennen, was im herausfordernden Spurnetz keine Selbstverständlichkeit ist. Mit dem Diplom erreicht die Sportwissenschaftsstudentin ihr Ziel für die Weltcuprunde. Das gute Resultat lässt sich wohl auf die Zusammenarbeit mit einem neuen PB, verletzungsfrei gesteigerten Trainingsumfang und mehr Fokus auf den Ski-OL zurückführen.
Bester Schweizer bei den Herren Elite wurde Corsin Müller. Mit 1:34 Rückstand auf den Sieger aus Finnland, Aapo Viippola, wurde der 21-Jährige Elfter im Weltcup und Zweiter U23. Mit seinem Diplom in der Hand erzählt Müller von einer anspruchsvollen Startphase. Wie viele andere hatte er Schwierigkeiten mit dem zweiten Posten. «Ich bin schlecht in den Flow gekommen, aber dann im anspruchsvolleren Teil habe ich alles auf Anhieb gefunden.» Sein technisches Können erlaubte sogar in den dichten Spurnetzen ein hohes Tempo, welches Müller genoss und ihn mit dem hervorragenden Resultat belohnte. Seinem Ziel, beim Worldranking in die Top 20 zu kommen, kommt Müller als nun 21. damit immer näher.
Gion Schnyder wird 15. «Es hat sich sehr hektisch angefühlt, mit vielen kleinen Fehlern, die ich schnell bemerkte und darauf reagieren musste.» Mit dem Rang zeigt sich der Routinier zufrieden, wenn auch der Zeitrückstand von 1:46 sein unstetes, unflüssiges Gefühl bestätigt. «Mit mehr Ruhe zu laufen», nimmt sich der Siater zuversichtlich für die morgige Mitteldistanz vor.

JWSOC
Lavio Müller wurde Vizejuniorenweltmeister. «Ich hatte ein gutes Gefühl», berichtet der Langlauf-C-Kader-Athlet, der vor drei Wochen Junioren-Schweizermeister über 10 km Skating wurde. «In den kleinen Spuren habe ich schon gemerkt, dass ich nicht so viel Ski-OL trainiert habe auf dieses Jahr hin, aber ich habe es mit viel Kartenkontakt gut lösen können und bin sehr zufrieden mit meinem zweiten Platz», erzählt der Einsiedler. Für morgen erhofft sich Müller sogar noch mehr: «Ich habe jetzt im Nachhinein noch ein paar Sachen gefunden, die ich verbessern kann. Das kommt morgen hoffentlich noch ein bisschen besser.»
Ricco Maissen wird 20. «Es hat mega Spass gemacht. Im zweiten Teil, wo es von der grossen Spur auf die kleinere gewechselt hat, war ich etwas zu schnell unterwegs und ich habe leider eine falsche Spur erwischt», erzählt der Gymnasiast, der auf eine gute Vorbereitung zurückblicken darf.
Nesa Schiller bei den Juniorinnen hatte mit Materialproblemen zu kämpfen. Früh im Rennen verlor sie einen Stock und musste zurückkehren, um ihn zu holen. «Das hat mich etwas aus dem Konzept gebracht und ich habe ziemlich viel Zeit verloren», erzählt die 19-Jährige. Sie konnte sich im Verlauf des Rennens jedoch steigern und erzielte einen guten 13. Rang.

EYSOC
Die Jugendläuferinnen und -läufer, von denen viele dieses Wochenende ihre ersten internationalen Erfahrungen sammeln, wurden von Bahn und Gelände herausgefordert. Trotz anspruchsvoller Bedingungen stellten sich einige schöne Erfolge ein.
Eric Lauenstein, der heute bei seinem ersten Ski-OL in Schweden 13. wird, analysiert: «Ich muss die Geschwindigkeit kontrollieren. Der Wechsel zwischen schnellen Partien und feinem Orientieren ist mir nicht immer geglückt.» Trotzdem zeigt sich der U17-Athlet zufrieden mit seinem Rennen und hatte Spass an der Herausforderung.
Fiona Ehrler läuft bei den Damen 17 auf den achten Rang. «Am Anfang habe ich es schwierig gefunden, mich in den Scooterspuren zurechtzufinden», erzählt sie. Auch bezüglich Routenwahlen sei noch mehr herauszuholen. Dennoch: Das Top-10-Resultat darf stolz machen.
Auch Eleni Janett absolvierte heute ihren ersten internationalen Ski-OL. «Es war sehr cool. Es ist sehr anders als in der Schweiz mit den vielen kleinen Spuren, wo man langsamer laufen musste.» Beim Posten auf der Skipiste läuft die Bündnerin zunächst den falschen Posten an, obwohl sie bereits im Aufstieg zum Posten eine gewisse Unsicherheit spürt. Indem sie Tempo rausnimmt in den schwierigen Passagen, kann sie grössere Fehler vermeiden und darf sich über ihren 16. Rang freuen.

Ausblick
Die immer noch tiefen Temperaturen sind eine Herausforderung fürs Skiwachsen. Lars Beglinger ist jedoch zufrieden: «Wir haben alles getestet, was wir dabeihaben und Sinn macht für diese [aussergewöhnlich kalten] Bedingungen. Wir sind zuversichtlich, dass wir das Bestmögliche herausgeholt haben.»

Morgen ab 10.00 Uhr steht die Mitteldistanz mit Massenstart an. Liveresultate werden hier aufgeschaltet: https://liveresultat.orientering.se.

 

Text: Lea Widmer, Fotos: Timo Mikkola